Das MIT Blackjack Team

Eigentlich ist Blackjack ein Spiel, bei dem man allein gegen den Dealer zum Duell antritt. Wie ist es dann möglich, dass es ein Blackjack-Team gibt? Wer den bekannten Film „21“ kennt, der weiß, wie das funktionieren kann. Es gibt sie, die Blackjack-Teams und einige unter ihnen hatten sogar viel Erfolg, wie die Geschichte des MIT Teams beweist.

Das MIT Team war in den 90er Jahren in Las Vegas in den Casinos unterwegs. Übrigens ist „MIT“ die Abkürzung von „Massachusetts Institut of Technology“ und eben diese legendäre Gruppe schaffte es, mehr als vier Millionen Dollar zu gewinnen.

Das MIT Team war nicht die erste Gruppe, die den Casinos Kopfzerbrechen bereitete. Schon früher gab es Gruppen, die mit ausgefeilten Taktiken eine Menge Geld gewannen. Was das MIT Team so berühmt machte, war die Tatsache, dass es über 12 Jahre lang aktiv war. J.P. Massar hieß einer der Gründer der Gruppe und beteiligte sich bei der Einrichtung eines Kurses, der „How to Gamble if You Must“ hieß. Er wählte die besten MIT Studenten und stellte dann das Team zusammen, mit denen er in den Casinos abräumen wollte. Allerdings war er nicht sehr erfolgreich bei diesem Unternehmen, bis er im Mai 1980 mit MA Kaplan zusammentraf, der bereits erfolgreich mit Blackjack Teams unterwegs war. Massar wollte herausfinden, wo der Fehler an seiner Taktik lag und beobachtete das Team von Kaplan. Wie sich herausstellte, lag es an den unterschiedlichen Techniken des Kartenzählens in Massars Team.

Kaplan stellte dann mit Massar ein neues Team zusammen und nach einem harten Training begann das MIT Team im August 1980 seine Arbeit. Zusammen mit Kaplan und Massar waren schließlich zehn Spieler am Team beteiligt. Das Team bestand aus Ingenieuren und Mathematikern, die eigentlich keine passionierten Spieler waren. Vielmehr hatten sie anfangs ein wissenschaftliches Interesse am Spiel und studierten es, indem sie es simulierten. Doch dann kamen die ersten Versuche, aus ihrem Wissen Profit zu schlagen und die Gruppe traf sich, um die Technik des Kartenzählens zu optimieren und um die verschiedenen Blackjack-Varianten und Regeln zu lernen. Sie simulierten Situationen am Spieltisch, beispielsweise wenn man mit mehreren Leuten am Tisch sitzt, die den Spieler ablenken.

Die Gruppe verfügte über ein Budget von 98.000 $ und bereits nach zehn Wochen haben sie es geschafft, diesen Betrag zu verdoppeln. Jeder Spieler erhielt pro Stunde etwa 80 $ und umgelegt auf ein Jahr erhielten die Investoren einen Gewinn in Höhe von 250 %.

Sehr interessant ist es, wenn man sich die Taktik anschaut, die die Gruppe so erfolgreich in den Casinos anwenden konnte. Der Erfolg basierte auf verschiedenen Kartenzählsystemen, die perfektioniert wurde. Man verfolgte die Prozedur des Mischens und verfolgte die Asse, wodurch die Chancen auf einen Gewinn erhöht wurden. Man ging davon aus, dass die Dealer am Spieltisch zum Mischen der Karten nicht genug Zeit haben, wodurch kleine Gruppen von Karten immer zusammenblieben. Nach langem Training konnte die MIT Gruppe vorhersagen, wo sich Karten mit hohem oder niedrigem Wert jeweils befanden. Daher konnten sie auch bestimmten, wann ein Ass erscheinen wird. Das erhöhte die Gewinnchancen der Spieler um etwa 35 %. Das war das erste Mal, dass ein Zählsystem solcher Art angewandt wurde.

Allerdings stieß man bald auf ein anderes Problem, denn die Inhaber der Casinos sind natürlich auch auf die Gruppe aufmerksam geworden, weshalb sich Kaplan im Jahre 1984 als aktives Mitglied der Gruppe zurückziehen musste, denn er wurde regelrecht gejagt. Von den Inhabern der Casinos wurde angenommen, dass der typische Kartenzähler ein weißer Mann mittleren Alters war. Allerdings traf das auf das MIT Team, das inzwischen auf 70 Mitglieder angewachsen war, nicht zu, denn im Team befanden sich auch Farbige, Asiaten und Frauen, was die Casinos besonders überraschte.

Um nicht erkannt zu werden, bediente man sich verschiedener Tricks. Man gab sich als verwöhnter Spross reicher Unternehmer aus dem Ausland aus, fälschte Ausweise oder bediente sich verschiedener Verkleidungen. Das war natürlich sehr hilfreich, denn die Personen, die sich an den Tischen zum Spiel niederließen, entsprachen so gar nicht dem von den Casinos erstellten Profil. Der Rekord des MIT Teams war ein Gewinn in Höhe von 400.000 $, was eigentlich die Aufmerksamkeit der Casino-Mitarbeiter hätte erregen müssen.

Ein Team ist viel schwerer zu entdecken als ein einzelner Spieler. Die Gruppe bestand normalerweise aus drei Personen, die bestimmte Rollen spielten. Die Rollen, die die Teammitglieder spielten, waren der Spotter, der Big Player (BP) und der Gorilla. Dabei saß der Spotter am Tisch und zählte die Karten. Diese Rolle hatten meist neue MIT Mitglieder inne. Wenn das Deck „heiß“ wurde, also die Karten für den Spieler vorteilhaft im Stapel verteilt waren, gaben sie ein Zeichen, woraufhin der Gorilla am Tisch Platz nahm. Er hatte die Aufgabe zu spielen und auch zu schauspielern. Er kam mit viel Geld an den Tisch und gab vor, ein reicher High Roller zu sein, der sich auch dementsprechend verhielt. Zum Beispiel gab er vor, viel Alkohol genossen zu haben.

Der Big Player zählte Karten und zockte gleichzeitig und war meist elegant gekleidet. Sie waren die Experten im Team, denn sie konnten verschiedene Techniken wie Verdoppeln oder Splitten perfekt anwenden und gewannen dementsprechend viel. Ihr fremdartiges Aussehen half dabei und sie wurden dadurch nicht vom Sicherheitspersonal verdächtigt. Oft waren es schöne Frauen mit asiatischen oder griechischen Zügen. Niemand vermutete dahinter ein Mitglied des MIT Teams, das monatelanges Training an Blackjack-Tischen hinter sich gebracht hat.

Das MIT Team hatte auch mit anderen Problemen zu kämpfen, denn es war nicht leicht, große Geldsummen über die Bundesgrenzen zu bringen. Oft befestigten sie das Geld am Körper unter der Kleidung. Natürlich wurden sie auch von den Casinos verfolgt. Einzelne Mitglieder wurden geschnappt und erhielten Hausverbote. Das Jahr 1997 war dann das Ende des glorreichen MIT Teams und man ging getrennte Wege. Trotzdem machten einige Mitglieder im Alleingang weiter und das MIT Mitglied Ben Mezrich verfasste sogar ein Buch mit dem Titel „Bringing the House Down“. Dieses Buch wurde später verfilmt und ist unter dem Titel „21“ in den Videotheken erhältlich. Dieser spannende Film ist ein absolutes Muss für jeden Fan der Casinospiele.

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